Kommentar
München – Es ist eines dieser Gerüchte, die entstehen, weil an der Säbener Straße gerade ein echtes Thema brodelt: Laut BILD soll der Name Oliver Baumann beim FC Bayern intern gefallen sein. Weiter ging es bislang nicht – Kontakt zwischen den Münchnern und Hoffenheim gab es nicht. Und doch sagt diese Spekulation mehr über den Rekordmeister aus, als es den Verantwortlichen lieb sein dürfte.
Die Torwart-Frage ist real
Der FC Bayern sucht einen Ersatzmann, der die Rolle über mehrere Jahre ausfüllen kann – einen, der sich hinter Jonas Urbig, dem Thronfolger von Manuel Neuer, anstellt. Dass in dieser Suche ausgerechnet der Name des 36-jährigen Hoffenheimer Kapitäns auftaucht, ist bezeichnend: Der Markt für erstklassige Torhüter, die sich freiwillig auf die Bank setzen, ist dünn. Baumann, seit 2014 in Sinsheim und mit 442 Pflichtspielen für die TSG eine Institution, wäre sportlich sicher eine Option. Aber: Er ist nur eine von mehreren – gehandelt werden in München unter anderem auch Finn Dahmen und Bernd Leno, beide jünger als Baumann.
Aber Baumann passt nicht ins Profil
Das Problem liegt auf der Hand: Bayern will eine langfristige Lösung, Baumann ist 36 und steht bei Hoffenheim bis 2028 unter Vertrag. Hinzu kommt die Perspektive des Spielers selbst: Baumann ist bei der TSG Kapitän und gesetzt, einen Wechselwunsch gibt es laut Tageszeitung derzeit nicht. Warum sollte ein Mann, der in Sinsheim alles ist, in München die Nummer zwei hinter Urbig werden? Genau diese Frage dürfte in der internen Diskussion gestellt worden sein – und sie spricht gegen einen Transfer.
Pro Baumann
- 442 Pflichtspiele für Hoffenheim – Erfahrung pur
- Verlässlicher Bundesliga-Keeper seit über einem Jahrzehnt
- Wäre sofort einsatzbereit, keine Eingewöhnungszeit
Contra Baumann
- 36 Jahre alt – keine langfristige Lösung
- Kapitän in Sinsheim, kein Wechselwunsch
- Bislang nur intern besprochen, kein Kontakt
- Mit Dahmen und Leno gibt es jüngere Alternativen
Fazit
Baumann zum FC Bayern bleibt vorerst ein Gerücht ohne Substanz – aber es legt offen, wie dünn die Optionen für Münchens Torwart-Suche sind. Wer sich freiwillig hinter Urbig anstellt, muss schon sehr gute Gründe haben. Baumann hat sie nicht.