Was ist die European League?

Die EHF European League ist der zweithöchste Europapokal-Wettbewerb der European Handball Federation — die kleine Schwester der Champions League. In der Gruppenphase treten die Teams in Vierergruppen an, Hin- und Rückspiel, der Gruppenerste und der Gruppenzweite qualifizieren sich für die K.o.-Phase.

Der VfL Gummersbach grüßt von der Tabellenspitze. Am Dienstagabend fegte der Bundesligist den nordmazedonischen Vertreter HC Pelister 08 Bitola mit 38:28 (20:15) aus der eigenen Halle — ein Kantersieg, der den Traditionsverein zum Tabellenführer der Gruppe G macht. Doch wie funktioniert dieser Wettbewerb eigentlich? Und was ist die Tabellenführung wert? Die Erklärung.

Der Modus erklärt

Die European League ist der wichtigste Europapokal nach der Champions League und lockt Vereine an, die sich nicht für die Königsklasse qualifizieren konnten oder dort keinen Platz fanden. Der Wettbewerb beginnt mit Qualifikationsrunden, bevor es in die Gruppenphase geht: Dort spielen die Klubs in Vierergruppen, jeder gegen jeden — einmal zu Hause, einmal auswärts. Nach den sechs Gruppenspieltagen qualifizieren sich der Gruppenerste und der Gruppenzweite für die K.o.-Phase, die übrigen zwei scheiden aus.

Wer darf eigentlich mitspielen?

Die Teilnahme an der European League ist kein Freilos. Die Klubs qualifizieren sich über ihre nationalen Meisterschaften und Pokalwettbewerbe — je nach der Stärke der jeweiligen Liga stellt ein Land mehrere Vertreter. Für einen Handball-Bundesligisten wie Gummersbach bedeutet das: Wer in der Bundesliga unterhalb der Champions-League-Plätze landet, aber zu den besten Teams des Landes zählt, bekommt die Chance auf europäisches Geschäft. Die Gruppenphase wird von der EHF ausgelost, das Starterfeld ist gemischt: etablierte europäische Klubs aus Spanien, Polen oder dem Balkan treffen auf aufstrebende Teams — wie den HC Pelister aus Bitola, der seine Fans mit intensiver Heimspielatmosphäre fürchtet, auswärts aber anfällig ist.

Gummersbachs Weg: Fehlstart, Wende, Kantersieg

Die Löwen aus dem Bergischen Land sind holprig in den Wettbewerb gestartet: Zum Auftakt setzte es eine 34:38-Niederlage bei Wybrzeze Danzig — ein Fehlstart, der Fragen aufwarf. Doch die Mannschaft reagierte. Am zweiten Spieltag gelang der erste Sieg: ein 34:30 bei Naturhouse La Rioja Logrono in Spanien. Und am dritten Spieltag, am 13. Oktober 2026, der Befreiungsschlag gegen HC Eurofarm Pelister Bitola: 38:28 vor eigenem Publikum, zur Pause bereits 20:15.

Der klare Erfolg hat auch die Tabellenlage gedreht. Nach drei von sechs Gruppenspielen sieht die Gruppe G so aus:

Tabelle Gruppe G (nach 3. Spieltag)

1. VfL Gummersbach — 4:2 Punkte (+10 Tore)
2. Wybrzeze Danzig — 4:2 Punkte (+4 Tore)
3. BM Logroño La Rioja — 3:3 Punkte (+3 Tore)
4. HC Eurofarm Pelister — 1:5 Punkte (-17 Tore)

Gummersbach liegt vor Danzig — bei punktgleichem Stand entscheidet derzeit das Torverhältnis (+10 gegen +4), und der Kantersieg gegen Pelister hat die Bilanz entscheidend aufpoliert. Nach dem Fehlstart in Polen steht der VfL nun auf dem direkten Qualifikationsplatz zur K.o.-Phase.

Was die Tabellenführung jetzt wert ist

Die Halbzeit-Bilanz ist positiv, aber die Gruppe ist noch eng. Drei Spieltage liegen vor dem VfL, und zwei der vier Teams qualifizieren sich für die K.o.-Runde. Die Ausgangslage: Die Tabellenführung ist real, weil Gummersbach bereits alle drei Gegner gesehen hat und bei Danzig trotz der Niederlage mithalten konnte. Die Rückrunde entscheidet, ob der VfL als Erster oder Zweiter weiterkommt.

Wichtig wird sein, wie die Mannschaft das schwere Programm bewältigt: die Auswärtsspiele bei den direkten Konkurrenten und die doppelte Belastung neben der Bundesliga. Ein weiterer Heimauftritt mit der Souveränität des Pelister-Spiels würde die K.o.-Phase fast sicher machen. Der Tabellenführer braucht nun Konstanz — die Heimstärke war gegen Pelister da, die Auswärtsform bei den nächsten Gegnern wird die entscheidende Prüfung.

Auch das Torverhältnis bleibt ein Faktor: Bei Punktgleichheit zählt es, und Gummersbachs +10 ist derzeit das beste der Gruppe. Das ist kein Zufall, sondern das Ergebnis der Entwicklung seit dem Fehlstart in Danzig — die Mannschaft wird Woche für Woche stabiler. Die Wende in Logrono und der Kantersieg daheim zeigen einen klaren Aufwärtstrend. Setzt sich dieser fort, ist die K.o.-Phase das Ziel.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen European League und Champions League?

Die Champions League ist der höchste europäische Handball-Wettbewerb der EHF, die European League der zweithöchste. In der Regel spielen dort die stärksten Vereine, die sich nicht für die Champions League qualifiziert haben — die Leistungsdichte ist dennoch hoch.

Wie qualifiziert man sich für die K.o.-Phase?

In der Gruppenphase spielen vier Teams pro Gruppe, jeder gegen jeden zu Hause und auswärts. Nach sechs Spieltagen kommen der Gruppenerste und der Gruppenzweite weiter, die beiden übrigen Teams scheiden aus.

Was bekommt der Sieger der European League?

Der Sieger der European League gewinnt einen der großen europäischen Handball-Titel — und sammelt wichtige Punkte und Renommee für künftige internationale Aufgaben des Klubs.

Wie viele Spiele stehen noch aus?

Nach dem dritten Spieltag stehen noch drei Gruppenspiele aus: die Rückrunde gegen alle drei Gruppengegner. Die K.o.-Phase beginnt im Anschluss an die Gruppenphase.