Es ist das Motorsport-Duell des Jahres — und es findet nicht in der Formel 1 statt: Max Verstappen und Valentino Rossi starten heute beim Saisonfinale der GT World Challenge Europe im portugiesischen Portimão erstmals gemeinsam in einem Rennen. Der viermalige Formel-1-Weltmeister gegen die neunmalige Motorrad-Legende, Mercedes-AMG gegen BMW, Startnummer 3 gegen Startnummer 46.
Das Rennen in Kürze
- Was: Saisonfinale der GT World Challenge Europe, Portimão (Portugal)
- Wann: Heute, Samstag, 17.10.2026 — nach Freiem Training und Qualifying am Freitag
- Verstappen: Mercedes-AMG GT3, Startnummer 3, eigenes Team „Verstappen Racing“ — Teamkollegen: Chris Lulham, Ben Barnicoat
- Rossi: BMW M4 GT3, Startnummer 46, Team WRT — Teamkollegen: Max Hesse, Neil Verhagen
- Livestream: Kostenlos auf dem YouTube-Kanal des Veranstalters (mehrsprachiger Kommentar); in Portugal ist es eine Stunde früher als in Deutschland
Zwei Legenden, ein Rennen
Was dieses Rennen so besonders macht, ist die schiere Größe der beiden Namen. Max Verstappen hat vier Formel-1-Weltmeisterschaften gewonnen und gilt als einer der besten Rennfahrer der Geschichte. Valentino Rossi holte neun WM-Titel auf zwei Rädern — davon sieben in der Königsklasse MotoGP — und ist längst eine globale Motorsport-Ikone. Noch nie sind die beiden gemeinsam in einem Rennen an den Start gegangen. Dass es ausgerechnet in einem GT3-Sportwagen passiert, macht die Geschichte nur besser.
Verstappens GT3-Abenteuer
Nur wenige Tage nach seinem Sieg beim Großen Preis von Singapur steigt Verstappen schon wieder ins Cockpit — allerdings in ein völlig anderes. Für sein eigenes Mercedes-AMG Team Verstappen Racing pilotiert er den GT3-Boliden mit der Startnummer 3, an seiner Seite sein Simracing-Freund Chris Lulham und Ben Barnicoat. Möglich wurde der Einsatz, weil die beiden Stammfahrer Dani Juncadella und Jules Gounon zeitgleich in der Langstrecken-WM im Einsatz sind.
Verstappen selbst geht mit sichtlicher Vorfreude in das Wochenende: Es sei „ganz anders als in der Formel 1, aber ich liebe es“, sagte der Niederländer — und warnte zugleich vor falschen Erwartungen: Das Feld sei „extrem wettbewerbsfähig“. Erste GT-Erfahrung sammelte er in diesem Jahr bereits auf der Nürburgring-Nordschleife; Portimão bezeichnete er als „sehr schöne Strecke zum Fahren“. Es ist übrigens bereits sein siebtes Rennwochenende in Folge — das Saisonfinale fällt exakt in die einzige Lücke zwischen zwei Formel-1-Triple-Headern.
Rossis zweite Karriere
Auf der anderen Seite steht ein Mann, der längst bewiesen hat, dass er auch auf vier Rädern schnell ist. Seit seinem Rücktritt aus dem Motorradsport hat sich der mittlerweile 47-jährige Rossi im GT-Sport etabliert. In Portimão sitzt er im BMW M4 GT3 mit der legendären Startnummer 46 des belgischen Teams WRT, seine Teamkollegen sind Max Hesse und Neil Verhagen. Gegenüber dem italienischen Fernsehen zeigte sich Rossi begeistert — und gab zu, nie gedacht zu haben, einmal gegen Max Verstappen Rennen zu fahren.
Was das Duell bedeutet
Sportlich ist das Finale in Portimão ein ganz normales Saisonfinale — mit Meisterschaftsentscheidungen und allem, was dazugehört. Doch die Strahlkraft dieses Duells reicht weit darüber hinaus: Zwei Generationen, zwei Disziplinen, zwei Giganten auf einer Strecke. Für Verstappen ist es ein Ausflug aus der Formel-1-Blase, für Rossi die Bestätigung, dass seine zweite Karriere längst mehr ist als ein Hobby. Und für die Fans ist es schlicht ein Geschenk: Das Rennen gibt es kostenlos im Livestream — einschalten lohnt sich.